Meet the grower

“Eine Pflanze verursacht immer ein kleines Glücksgefühl”

Lendert: ‘Wir züchten hier Hydrangea, genau wie unsere Kollegen von Hortensia France. Um 2009/2010 haben wir uns auf Hydrangea spezialisiert, sowohl Topf- als auch Schnitthortensien.’ Seine Schwester Wendy ergänzt: ‘Wir züchten Magicals seit dem ersten Tag, an dem es Magical Hydrangea gab. Es begann damals in grünen Töpfen mit goldfarbenen Buchstaben darauf. Das war damals trendy.’

Magical Revolutions für ganz Europa

Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und eine Menge Hortensien gezüchtet worden. Lendert: ‘Wir züchten die Magical Revolution, für den Garten und das Haus, als Ausgangsmaterial. Wir liefern sogenannte “18-Monats-Pflanzen” an Magicalzüchter in ganz Europa. Die Pflanzen haben dann 18 Monate Zeit bekommen, um sich zu entwickeln. Sie haben mehr Knospen, mehr Verzweigungen und mehr Blüten als Pflanzen, die nur ein  Jahr Vorbereitungszeit hatten. Und dann dauert es noch drei Monate, bis die Pflanzen blühen. Darüber hinaus beliefern wir Züchter auch mit Stecklingsmaterial.’

Züchter der ersten Generation

Viele Magicalzüchter haben ihr Fach von den Eltern gelernt. Dies gilt nicht für Lendert und Wendy. Lendert: ‘Ich habe die Gartenbauschule in Boskoop besucht. Dadurch bekam ich Ferienjobs bei Gärtnern und entstand langsam die Idee: das soll mein Beruf werden.’ Sein Schwester ergänzt: ‘Ich weiß eigentlich nicht genau, wie es bei mir angefangen hat. Ich denke aus Leidenschaft heraus, aus dem Gefühl heraus, dass es mir Spaß gemacht hat. Es ist nicht so, dass wir als Kinder einen Gemüsegarten oder ähnliches hatten. Ich habe ein Studium im Bereich Sozialarbeit und Kulturpädagogik absolviert, hatte aber immer Nebenjobs in der Gartenbaubranche.’ Lendert: ‘Einmal hatten wir einen Job bei einem Gärtner, dessen Eltern auch nicht in der Branche tätig waren und ihm daher ebenso kein Vorbild sein konnten. Da dachten wir uns: es ist also möglich. Wir haben uns dies alles selbst erarbeitet.’

Wettkampf mit dem Klima

Wendy: ‘Das Schönste an unserer Arbeit ist die Herausforderung in Gestalt einer Saison, die früh beginnt und schnell vorbeigeht. Es ist dann eine wahre Kunst, ein schönes Produkt zu erzeugen. Das Klima ist immer ein unberechenbarer Faktor, es ist wirklich wie wenn man einen Wettkampf bestreitet. Wir liefern unsere Pflanzen gerne im Januar aus, noch lieber aber im Dezember, aber das gelingt nicht immer. Manchmal wird es Juni!’

Zusammenarbeit und Verbesserung

Den Wettkampf gegen die Elemente brauchen die Geschwister zum Glück nicht alleine zu führen: ‘Hier arbeiten derzeit etwa 20 Mitarbeiter auf einer Fläche von 7,5 Hektar. Drei Hektar sind unter Glas, der Rest ist Freiland. Jeden Tag suchen wir nach weiteren Verbesserungen, suchen wir Menschen, die uns weiterhelfen können. Es ist angenehm, ein Teil eines Kooperationsverbandes wie Magical zu sein, da darin ein intensiver Wissensaustausch stattfindet. Die Zusammenarbeit ist etwas sehr Schönes, denn als Züchter ist man nur ein kleines Glied in der Kette, zusammen aber ein sehr starkes Kollektiv.’

Favorit: Magical Jewel

Wenn man sie nach ihrer Lieblingshortensie fragt, sind Bruder und Schwester einer Meinung: ‘Die Magical Jewel in Blau! Lendert: ‘Wir finden es wichtig, noch zu erwähnen, dass Magicals weniger Wasser verbrauchen als andere Hortensien. So robuste Blumen wie die Magicals sieht man nicht so oft. Unser Tipp: behandeln Sie die Pflanze wie eine Terrassenpflanze. Denn wenn man die Pflanze in einen Topf setzt und sie selbst gießt, dann weiß man immer, wie viel Wasser die Pflanze bekommt.’

Arbeiten als Hobby

Habt ihr neben der Arbeit überhaupt noch Zeit für Hobbys? Die Geschwister beginnen zu lachen. Wendy: ‘Im Garten arbeiten! Nein, Scherz beiseite: mit der Führung des Betriebes und einer Familie zu Hause ist unsere Woche gut gefüllt. Aber wir haben so viel Spaß an der Arbeit, dass diese auch ein bisschen zu unserem Hobby geworden ist.’